Pressemitteilung der Uni Dresden


*Von der SLUB-Bibliothekskabine ins Gymnasion von Arykanda***

 
Im Rahmen der politischen Annäherung der Türkei an die Europäische Union
rückt verstärkt ins Bewusstsein, dass die antiken Wurzeln des modernen
Europa in mancherlei Hinsicht in der heutigen Türkei besser bewahrt sind
als in europäischen „Kernländern“. Vor allem die Zeugnisse der
griechisch-römischen Kultur sind in den verschiedenen Regionen teilweise
umfangreicher und anschaulicher erhalten als in vielen Ländern Südeuropas.

Für einige Dresdner Theologie- und Geschichtsstudierende heißt es
deshalb nächste Woche: adé, Bibliothekskabine und „Türkiyeye
hosgeldiniz“. Zwölf Tage lang ist ihr Besichtigungsprogramm dicht
gepackt, werden sie Ausgrabungsstätten in Side, Termessos, Patara und
Pednelissos gemeinsam mit Kommilitonen der Akdeniz Üniversitesi Antalya
erschließen. So wollen sie sich archäologische Baudenkmäler ganz
praktisch vor Augen führen und einen Eindruck erhalten, in wie hohem Maß
die geologische und klimatische Beschaffenheit des Landes
Siedlungsbedingungen, Alltagsleben und auch historische Entwicklungen
mitprägen.

In der Exkursion geht es ihnen vor allem um die Geschichte der
Landschaften Lykien, Pamphylien und Pisidien in der griechischen und
römischen Zeit bis in die Spätantike. Dass sich die Studierende
entschlossen haben, sich vor allem der türkischen Südküste zu widmen,
hat seinen Grund in der Tatsache, dass dort Fundplätze liegen, die in
den letzten Jahrzehnten zu den ertragreichsten der antiken Welt zählen.
„Vor allem die Orte in den unzugänglicheren Berglagen dürften zum
tieferen Verständnis von politischer, ökonomischer und kultureller
Entwicklung durch die topographische Veranschaulichung intensiv
beitragen“, ist sich der Theologe Prof. Matthias Klinghardt, der die
Exkursion gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Geschichtsprofessor Dr.
Martin Jehne leitet, sicher.

In einem Vorbereitungsseminar haben sich die Studierende in Referaten
etwa über „Die türkische Südküste in der Spätantike“ oder „Die Anfänge
des Christentums in Kleinasien“ die Geschichte der Region verdeutlicht
und mit ihren Kommilitonen verschiedene Probleme und Einzelfragen
diskutiert. Außerdem wurden topographische Gegebenheiten und die
Entwicklungen der wichtigsten Städte näher beleuchtet, um vor Ort wohl
präpariert die Funde und Befunde einordnen zu können.


Die Dresdner Studierende werden gemeinsam mit türkischen Kommilitonen
die Ausgrabungsstätten in Termessos besichtigen; auch ein Besuch des
Archäologischen Museums in Antalya unter Leitung von Prof. Dr. Mustafa
Adak von der Akdeniz Üniversitesi Antalya ist geplant. Der ehemalige
Humboldt-Stipendiat ist ein ausgewiesener Spezialist für griechische
Epigraphik und historische Landeskunde der Türkei in der Antike und
hatte den Dresdner „Arbeitskreis Antike“ vor zwei Jahren mit einem
Gastvortrag begeistert.

 

/Informationen für Journalisten: /
Prof. Dr. Matthias Klinghardt
Tel. 0351 463-34919
E-Mail: matthias.klinghardt@tu-dresden.de

 

Dresden,  20. März 2009 2009

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